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Ihre Fragen zum Energieausweis - Meine Antworten

 

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Was ist der Energieausweis für Gebäude?

Der Energieausweis gibt Auskunft über den Energiebedarf eines Hauses für Heizung und Warmwasserbereitung sowie über die energetische Qualität der Gebäudehülle. Durch die EU-weite Einführung von Energieausweisen wird es möglich, verschiedene Gebäude hinsichtlich ihres Energieverbrauchs zu vergleichen. Kauf- und Mietinteressenten erhalten über die Energieausweise die Informationen, die für eine bewusste Kauf- oder Mietentscheidung für ein Objekt mit niedrigen Betriebskosten und geringer Umweltbelastung nötig sind.

 

Welchen Nutzen hat der Energieausweis als Mieter oder Käufer einer Immobilie?

Anhand des Energieausweises lässt sich abschätzen, ob ein Objekt zukünftig niedrige oder hohe Betriebskosten haben wird. Für die Unterzeichnung eines Miet- oder Kaufvertrages ist das ein wichtiges Entscheidungskriterium. Der Energieausweis informiert objektiv. Er ermöglicht einen bundesweiten Vergleich des Energiebedarfs von Häusern.

 

Welchen Nutzen hat der Energieausweis für mich als Eigentümer einer Immobilie?

Der Energieausweis schafft Transparenz auf dem Immobilienmarkt. Bei hohen Energiepreisen haben Immobilien mit nachgewiesen niedrigem Energiebedarf einen Wettbewerbsvorteil bei Neuvermietung oder Verkauf. Darüber hinaus bewertet der Energieausweis die energetische Qualität des Gebäudes, zeigt ggf. Schwachstellen bei der Gebäudehülle wie auch der Anlagentechnik auf, und er gibt Auskunft über energetische Modernisierungsempfehlungen für das Gebäudes.

 

Wann muss ein Energieausweis ausgestellt werden?

Die Energieeinsparverordnung sieht vor, dass Kauf- und Miet-Interessenten grundsätzlich ein gültiger Energieausweis vorzulegen ist. Wenn Sie einen Kaufvertrag abgeschlossen haben, müssen Sie als Verkäufer Ihrem Käufer den Energieausweis als Original oder Kopie unverzüglich übergeben. In vielen Fällen wird der Energieausweis Bestandteil des Kaufvertrages.

Natürlich muss deshalb nicht bei jedem Mieterwechsel ein neuer Energieausweis erstellt werden. Die Energieausweise haben eine Gültigkeitsdauer von zehn Jahren und können – wenn das Gebäude nicht verändert wird – genau so lange verwendet werden.

 

Bekomme ich als Kauf- oder Mietinteressent den Energieausweis ausgehändigt?

Kauf- und Mietinteressenten haben auch Anspruch darauf, bei Besichtigung des Hauses eine Kopie des Ausweises vorgelegt zu bekommen, damit sie den Energiebedarf in Ruhe prüfen können.

 

Was habe ich zu beachten, wenn ich mein Gebäude in Zeitungsanzeigen veröffentliche?

Wenn Sie – oder Ihr Makler – eine kommerzielle Anzeige schalten, weil Sie Ihr Haus ganz oder teilweise verkaufen oder neu vermieten wollen, müssen Sie bestimmte Energiekennwerte angeben, wie es die EnEV fordert. Im neuen § 16a (Pflichtangaben in Immobilienanzeigen) regelt die EnEV 2014, welche Angaben Sie oder Ihr Makler in der Anzeige zu veröffentlichen sind.

-        Art des ausgestellten Energieausweises (Energiebedarf oder – verbrauch)

-        Höhe des Energiebedarfs oder – verbrauchs des Hauses

-        Wesentlicher Energieträger für die Heizung

-        Baujahr und Energieeffizienzklasse des Hauses

 

Was ist das Ziel des Energieausweises für Gebäude?

Ziel des Energieausweises ist es, die Energieeffizienz von Gebäuden zu optimieren. Der Energieausweis soll den Energiebedarf sichtbar machen und mehr Transparenz auf dem Immobilienmarkt schaffen.

 

Für welche Arten von Gebäuden ist ein Energieausweis erforderlich?

Ein Energieausweis ist im Grundsatz für alle regelmäßig beheizten Gebäude nötig. Das betrifft Wohnhäuser ebenso wie Verwaltungsgebäude, öffentliche Gebäude und Fabrikhallen. Ausnahmen gibt es u. a. für Baudenkmäler, Gebäude mit weniger als 50 m² Nutzfläche, Stallungen, Gewächshäuser sowie für Ferienhäuser, die maximal vier Monate im Jahr genutzt werden.

 

Welche Arten des Energieausweises gibt es?

 

Man unterscheidet zwischen dem bedarfsorientierten und dem verbrauchsorientierten Energieausweis.

Beim bedarfsorientierten Energieausweis wird auf Basis der technischen Ausführung des Gebäudes der Energiebedarf unter standardisierten Bedingungen errechnet. Da diese Bedingungen immer gleich sind, lassen sich mit den Werten des bedarfsorientierten Energieausweises energetische Qualitäten von mehreren Gebäuden vergleichen.

Der verbrauchsorientierte Energieausweis beruht auf dem tatsächlichen Energieverbrauch der letzten drei Jahre. Die ausgewiesenen Werte errechnen sich nicht aus der baulichen Qualität, sondern ganz wesentlich aus den Nutzungsgewohnheiten der Bewohner. Der verbrauchsorientierte Energieausweis eignet sich deshalb nicht zum Vergleich der energetischen Qualität von Gebäuden.

Ich empfehle die Ausstellung eines Bedarfsausweises. Dieser ist zwar teurer als der Verbrauchsausweis, weil die Datenaufnahme dafür umfangreicher ist. Sie erhalten beim Bedarfsausweis aber eine energetische Bewertung des Gebäudes, die unabhängig von dessen Nutzung ist. Darüber hinaus werden die Energiemengen beziffert, die bei der Durchführung von Modernisierungsempfehlungen eingespart werden können. Außerdem erhalten Sie solide, individuelle Informationen über Ihr Gebäude, die auch als Grundlage für Modernisierungsarbeiten verwendet werden können.

 

Für welche Gebäude darf ein bedarfsorientierter Energieausweis ausgestellt werden?

Die Ausstellung eines bedarfsorientierten Energieausweises ist für alle Gebäude zulässig, unabhängig von Größe, Alter und Nutzungsart.

 

Für welche Gebäude darf ein verbrauchsorientierter Energieausweis ausgestellt werden?

Verbrauchsorientierte Energieausweise sind nur unter bestimmten Voraussetzungen zulässig. Im Wesentlichen gilt:

-       Übergangsweise können verbrauchorientierte Energieausweise bis zum 30. September 2008 für alle Arten von Wohngebäuden ausgestellt werden. Diese gelten zehn   Jahre.

-       Ab dem 1. Oktober 2008 darf ein verbrauchsorientierter Energieausweis für Wohngebäude nur ausgestellt werden, wenn

o   das Gebäude mindestens fünf Wohneinheiten . oder

o   wenn der Bauantrag nach dem 1. November 1977 gestellt wurde, oder

o   wenn das Gebäude bereits bei seiner Fertigstellung das Anforderungsniveau der Wärmeschutzverordnung vom 11. August 1977 erreicht hat, oder

o   wenn das Gebäude nachträglich auf das Anforderungsniveau der Wärmeschutzverordnung vom 11. August 1977 gebracht wurde.

-       Für Nichtwohngebäude ist ein verbrauchsorientierter Energieausweis immer zulässig.

In allen Fällen aber müssen die Verbrauchsdaten für mindestens drei zurückliegende Kalender- oder Abrechnungsjahre bekannt sein und anhand von Heizkostenabrechnungen, Rechnungen von Energielieferanten o.ä. nachweisbar sein.

 

Sieht der Energieausweis für alle Wohnungen eines Gebäudes gleich aus?

Ja. Der Energieausweis wird grundsätzlich für das gesamte Gebäude und nicht für einzelne Wohnungen ausgestellt. Er bewertet die Qualität der Außenhülle (Mauerwerk, Fenster, Dach usw.) und der Heizungsanlage. Diese Werte beziehen sich auf das gesamte Gebäude.

 

Muss ich die im Energieausweis dargestellten Modernisierungsmaßnahmen umsetzten?

Dazu besteht keine Pflicht. Der Energieausweis dient der Information und nicht der Handlungsanweisung. Dennoch sollten Sie die Modernisierungsempfehlungen ernst nehmen. Insbesondere, wenn ein überdurchschnittlich hoher Energieverbrauch festgestellt wird, können durch entsprechende Modernisierungsmaßnahmen die Umwelt und der eigene Geldbeutel spürbar entlastet werden.

 

Mit welchen Konsequenzen habe ich zu rechnen, wenn ich gegen die Bestimmungen der EnEV verstoße?

Die EnEV 2014 verweist für die Höhe der Bußgelder  auf das Energiewirtschaftsgesetz 2013. Sie definiert folgende wesentliche Vergehen, die zu Bußgeldern führen können:

Bis zu 50.000 Euro Bußgeld: alte Heizkessel trotz Betriebsverbot nutzen; ungedämmte Leitungen nicht wie gefordert isolieren; oberste zugängliche Geschossdecke, die nicht der Baunorm entspricht, nicht pflichtgemäß dämmen. Neues Wohngebäude nicht gemäß den EnEV Anforderungen errichtet.

Bis zu 15.000 Euro Bußgeld: den Energieausweis bei Verkauf oder Neuvermietung nicht wie gefordert übergeben oder vorliegen, oder die Pflichtangaben in kommerziellen Anzeigen nicht veröffentlichen. Falsche Daten für den Energieausweis im Bestand bereitgestellt. Den Energieausweis im Bestand bei Verkauf, Neuvermietung oder Neuverpachtung nicht, wie gefordert, vorgelegt.

Bis zu 5.000 Euro Bußgeld: die zugeteilte Registriernummer nicht im Energieausweis eintragen oder die Unterlagen und Daten für die Stichprobenkontrolle nicht, wie gefordert, übermitteln.